Welche Wirkung haben Farben?

Welche Wirkung haben Farben?

Die moderne Psychologie ist sich sicher, dass zwischen Farben und dem Verhalten eines Menschen ein enger Zusammenhang besteht. Farben werden daher auch zur Analyse des menschlichen Charakters verwendet, manche Einstellungstests enthalten Fragen zu Farben. Die Eignung dieser Fragen gründet sich auf der Annahme, dass unbewusste Ansichten nach außen dringen.

Wer blau liebt, gilt als überlegt und vernünftig, wer rot bevorzugt, gilt als aktiv und dynamisch, der Gelbliebhaber als ideenreich und „der Grüne“ als ruhig und besonnen. Wer bei der Auswahl zwischen Rot, Blau, Grün und Gelb zum Beispiel Rot an die erste Stelle setzt, packt eine Aufgabe zielorientiert und begeistert an. Beim „Blauen“ steht nicht der Alkohol, sondern Vernunft, Logik und Überlegung im Vordergrund.

Die zweitliebste Farbe gibt Auskunft über Ziele und Wünsche. Liegt Rot nach Blau an zweiter Stelle könnte dies für Aktivität nach reiflicher Überlegung sprechen. Seit 1947 findet der nach dem Schweizer Psychologen benannte Lüscher-Test weltweite Beachtung bei der Persönlichkeitsanalyse. Der Kerngedanke dabei ist: „Weil die Farbwahlen unbewusst gesteuert werden, zeigen sie den Menschen, wie er wirklich ist, und nicht – wie bei der direkten Befragung oder einem Fragebogen – wie er sich selber sieht oder gerne gesehen werden möchte.“ Bei mehreren Farben können auch umfangreichere Angaben über die befragte Person getroffen werden.

Britische Forscher wollen entdeckt haben, dass im Sport derjenige, der in Rot startet, gegenüber einem andersgearteten Gegner im Vorteil sei. Eine wissenschaftliche Analyse will herausgefunden haben, dass ein und dieselbe Mannschaft mehr Erfolg hat, wenn sie in Rot antritt als in einer anderen Farbe (Deutschland wurde allerdings schon viermal Weltmeister im (preußischen!) Schwarz/Weiß, die Azzurri viermal in Blau, Brasilien fünfmal in Gelb, England 1966 in Rot, in Dunkelrot Spanien!), jedenfalls bei den Ringern gewinnen die Roten häufiger als die Blauen!

Blau ist eindeutig die Lieblingsfarbe der Deutschen (fast die Hälfte aller). Blau verkörpert Tugend, Treue und Verstand, aber auch ein wenig Kälte. Der besondere Reiz kommt aus dem Eindruck der Ferne und Weite, den Blau verleiht. Blau ist nicht aufdringlich. Caspar David Friedrich wusste zum Beispiel um die einhüllende Wirkung der Farbe Blau für die fernen Berge.

Gelb hat eine Doppelnatur. Löwenzahn und Sonnenblumen rufen Heiterkeit, Sommer und Wärme hervor, aber historisch ist es auch die Farbe der Geächteten (zuletzt der Davidstern im III. Reich) oder wird mit Neid, Egoismus und Geiz in Verbindung gebracht. Hier hängt die Farbwirkung eng mit den kulturellen Gegebenheiten zusammen. Nicht zuletzt in China und weiten Teilen Asiens steht Gelb für Glückseligkeit, Harmonie, Ruhm und Weisheit. In Europa dient Gelb seit dem Mittelalter als Warnung vor Gefahr. So wurde die gelbe Flagge gehisst, um vor der Pest zu warnen und noch heute wird eine solche gehisst, wenn an Bord eine ansteckende Krankheit umgeht.

Grün hat ein sehr breites Wirkungsfeld. Vom Grün der Hoffnung über die grüne Lunge der Stadt bis zum Suppengrün. Zunächst steht die Farbe für Frische, Natürlichkeit, Umweltfreundlichkeit und für freie Fahrt! Doch es gibt auch das Giftgrün, die Dämonen mit grünen Augen und den giftigen Grünspan. Große Bedeutung kommt der Farbe Grün sowohl in der christlichen Überlieferung zu als Farbe der Erneuerung, der Befreiung von den Sünden und als Farbe des heiligen Geistes und der Apostel, aber auch im Islam als Lieblingsfarbe des Propheten Mohammed und seiner Prophezeiungen für das ewige Leben. Nicht zu vergessen die Ausdrücke „Grünschnabel“ oder „grün hinter den Ohren“ und schließlich die Verwendung der Farbe Grün in den Operationssälen, um Lichtreflexionen zu vermeiden.

Neben den geläufigen Farben spielen auch die Zwischentöne eine gewichtige Rolle. Van Gogh hat in Briefen an seinen Bruder sein „Schlafzimmer in Arles“ beschrieben, danach sollte es violett und nicht blau wirken. Kunstgeschichtler und Materialwissenschaftler aus Chicago haben herausgefunden, dass sich die Reste von rosa Pigmenten abgebaut bzw. stark verändert hatten, sich über die Jahrzehnte die Farben also deutlich verändert hatten.

Als Zwischenton kommt der Farbe Lila besondere Bedeutung zu. Über Jahrhunderte war sie eine, wenn nicht die kostbarste Farbe überhaupt. Die Herstellung aus Purpurschnecken war aufwendig und teuer. Unter Todesstrafdrohung war es nur den römischen Senatoren vorbehalten, Kleidung in Purpur zu tragen. Katholische Bischöfe tragen Purpur, die offizielle Farbe der evangelischen Kirche ist lila. Da das Geschlechtliche durch die Verbindung von Rot (männlich) und Blau (weiblich) in Violett aufgehoben sei, sei Violett von den Homosexuellen bewusst als Erkennungsfarbe gewählt worden. Auch Altmeister Goethe war von Violett ergriffen. Die Farbe übe „seiner bezeichneten Natur nach einen ganz besonderen Reiz“ aus.

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